Die Kulturrevulotion– „So machen wir das hier.“ – Teil 4

 

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Was sind Value Streams? Sind sie doch in aller Munde…

 

 

Wagen wir nun, wie angekündigt, einen Blick auf die Werteströme (damit ich es auch mal in deutscher Sprache verwendet habe😊).

 

Auf der untersten Ebene zu wissen, was die eigentliche zu erledigende Arbeit im Prozess ist und wo die verlorene Zeit zu finden ist, die auf die eigentliche Arbeit wartet, ist entscheidend für die Optimierung des IT-Betriebs.

 

 

Mit der Wertstromanalyse oder dem Value Stream Mapping (VSM) wird der Ist-Zustand eines oder mehrerer Prozesse detailliert erfasst und visualisiert. Wichtig ist darauf zu achten, den Gesamtprozess und nicht nur einzelne Teilschritte des Prozesses zu analysieren.

 

Es ist sinnvoll, ein heterogenes Team zu beteiligen, das sich im Idealfall aus den Prozessbeteiligten des zu analysierenden Wertstromes zusammensetzt. Mit dem Team nehmen wir alle wichtigen Zahlen, Daten und Fakten auf. In meinen Workshops hat sich gezeigt, dass das Erarbeiten und Erfassen von Informationen durch einfache Symbole am besten visualisieren und verstehen lässt.

 

Wer sich weit tiefer mit der Materie auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das Standardwerk zu dem Thema von Mike Rother und John Shook die in ihrem Buch „Sehen Lernen“ das Vorgehen detailliert beschreiben. Hier wird umfassend der Ansatz zur Wertstromanalyse und Wertstromdesign vorgestellt. Mike Rother ist zudem bekannt durch seine grundlegenden Arbeiten zum Lean Management. Das Value Stream Mapping wird häufig im Umfeld von Kaizen Aktivitäten angewendet. (Kaizen….hmm.. hört sich nach einer weiteren, spannenden Blog Reihe an :))

 

 

Halten wir bis zu diesem Zeitpunkt fest, dass die Zielsetzung des VSM die effiziente Erfassung und übersichtliche Darstellung von vorhandenen Prozessen ist. Das Mapping stellt somit den Value Stream eines Produktes / Services dar.

 

 

Jetzt brauchen wir noch einen umsichtigen DevOps-Leader der verstehen muss, wie man Wertflüsse von der Idee bis zur Realisierung abbildet. Er muss zudem verstehen, wie der Value Stream zu maximieren ist und wie die notwendigen Änderungen vorgenommen werden können, um den Wert kontinuierlicher zu erhalten.

 

 

Value Streams: Ein ganzheitlicher Ansatz

 

Das Value-Stream-Mapping ist ein auf Lean basierter und somit schlanker Ansatz, der bei der Verwendung von DevOps versucht, den Ablauf von IT-Prozessen zu optimieren. Betrachten wir es mal als die „Zeitmessung“ des ganzen Software Development Life Cycle (SDLC).

 

Diese Idee in Bezug auf Software Development ist es festzustellen, wo tatsächlich Zeit verloren geht, weil die Prozesse nicht effizient designed wurden oder weil manuell eingegriffen werden muss oder es zu einer Unterbrechung kam, da wieder einmal neue und natürlich „wichtige“ Informationen über das Projekt kommuniziert werden müssen. Dies hat in jedem Fall einen Einfluss auf das weitere Development.

 

Betrachten wir den Fall eines neuen Projekts, dass eine bestimmte Library benötigt, jedoch das Operations Team erst dann etwas erfährt, wenn das Deployment fehlschlägt.

Value Stream Mapping würde dieses Problem definitiv identifizieren. Value Stream Mapping deckt somit den gesamten SDLC ab und bietet einen viel umfassenderen Überblick über potenzielle Probleme und Engpässe als der traditionelle IT-Silo-Ansatz. Ausserdem wird identifiziert, wo und wann jedes Team oder Fachkompetenz zum Kundennutzen beiträgt.

 

 

 

Finde heraus, was wichtig ist

Ich vergleiche Value Stream Mapping gern mit einer Warteschlange in einer Bank. Du kannst eine halbe Stunde warten, um effektiv nur 30 Sekunden für das eigentliche Geschäft zu verwenden. Diese Wartezeit ist das, was Value Stream Mapping als Verschwendung in der SDLC ansieht.

 

Es muss dem Team die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die Reduzierung oder Eliminierung dieser Verschwendung innerhalb des SDLC zu konzentrieren um nicht kurz vor dem Deployment Termin auf „dieses eine wichtige Detail“ warten zu müssen.

Diese Herangehensweise könnte dann als Regel innerhalb der vereinbarten „Rule of Engagement“ festgelegt werden.

 

 

 

Messen: Sichtbarkeit und Rückverfolgbarkeit

 

Um zu verstehen, wo sich diese Schwachstellen im Prozess befinden, müssen diejenigen, die das Detailverständnis haben, von Anfang an verfügbar sein. Des Weiteren sollte dem Team unbedingt die Fähigkeit zugestanden werden, den Prozessablauf der Software für sich abbilden zu können.

 

Die Unterstützung durch die Geschäftsleitung ist an diesem Punkt unerlässlich, da es immer einen gewissen Prozentsatz von Mitarbeitern und Managern geben wird, die Probleme haben, den Prozess der Wertstromanalyse zu verstehen.

 

Die Gründe sind vielfältig – einige Teams / Verantwortliche glauben, dass sie die Schwachstellen in ihrem Prozess bereits kennen, andere ziehen den ihnen bekannten Prozess vor und versuchen, den bestehenden Prozess nach ihrem Geschmack zu verbessern. Wieder andere sehen wenig Wert in der Abbildung der Value Streams und verlieren dabei Zeit; als wenn Sie sich lieber in der Bank direkt an die längste Schlange stellen 😊 Da die Teilbereiche der Prozesse, die die größten Verzögerungen verursachen, gerne geleugnet werden, ist es unerlässlich, diese jederzeit zu überwachen, während eine iterative Verbesserung vom Team vorgenommen wird.

 

Das visuelle Einfügen von Informationen direkt in den Prozessablauf, die Überwachung der Elemente, die noch verbessert werden könnten, sowie die rechtzeitige Information von neuen Engpässen, die auftreten, weil alte Engpässe beseitigt wurden, bieten die größten Verbesserungsmöglichkeiten.

 

 

 

Falls ihr Euch ein effizientes Value Stream Mapping ansehen wollt kann ich Euch den Artikel meines lieben Kollegen Javier ans Herz legen

 

 

https://www.devops.ch/2017/01/10/devops-und-value-stream-mapping/

 

https://www.devops.ch/wp-content/uploads/2017/01/VSM-Artikel.pdf

 

 

Nächst Woche schauen wir uns die Silos an, wie sie entstehen und wie wir diese überwinden können 😉

 

 

 

Ich hoffe ihr haltet an Euren Werten fest….

Sven Ossenberg
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